Neubauten verschärfen das soziale Ungleichgewicht in Rostock
Mit dem neuen Flächennutzungsplan möchten die Vertreter der Hansestadt Rostock zusammen mit den Bürgern diskutieren, wo und wie Rostock wachsen soll. Ich habe an den Workshops und Informationsveranstaltungen der Hansestadt Rostock teilgenommen. Mein Eindruck ist, dass die Vertreter der Hansestadt ausschließlich Bauland für Investoren auf Kosten der Lebensqualität der Rostocker Bürger schaffen wollen. Möchte man in einem neugebautem Haus eine Wohnung mieten, kostet der Quadratmeter ab 10,00 € aufwärts. Das ist ein Preis, den sich die meisten Rostocker nicht leisten können. Für wen ist dieser neue Flächennutzungsplan gedacht? Die Vertreter der Hansestadt Rostock und die Mitarbeiter der zuständigen Ämter sollten für uns Rostocker agieren und planen. Im aktuellen Planungs-Entwurf werden den Rostockern Kleingärten und Grünflächen weggenommen, damit Häuser und Wohnungen gebaut werden können, die sich die Rostocker nicht leisten können. Die Zange der sozialen Ungerechtigkeit in Rostock wird damit noch weiter geöffnet!
Liebe Vertreter der Hansestadt Rostock, ich habe folgende Fragen. Was verdient der Rostocker im Durchschnitt? Welche Mietkosten kann sich ein Rostocker Rentner, eine Rostocker Familie oder ein Rostocker Singel Eurer Meinung nach leisten? Was habt ihr in den letzten drei Jahren getan und was wollt ihr zukünftig tun, um den Rostockern bezahlbare Wohnungen anbieten zu können? Das ist eure Aufgabe. Deswegen wurdet ihr gewählt zu unseren Vertretern und deswegen wurdet ihr eingestellt beim Bauamt, Grünamt, Standtentwicklungsamt, …
Ziel der Rostocker Politik und Planung ist aber nicht nur das „bedarfsgerechte“ Anbieten von Flächen für Wohnen und Gewerbe. Sie hat auch die Aufgabe die Wohn- und Lebensqualität der Rostocker zu erhalten, die Robustheit der Rostocker Stadtteile zu erhalten und eine wirtschaftliche tragfähige Versorgung mit Infrastrukturen bereitzustellen. Eine solche Planung stellt qualitative statt quantitative Entwicklungsziele in den Vordergrund.
Liebe Vertreter der Hansestadt Rostock, habt ihr die Flächen der Stadt auf ihre umweltfunktionalen Potentiale untersucht? Welche negativen Folgen hat die Zerschneidung unserer Grünflächen auf die biologische Vielfalt und unsere Lebensqualität? Welche Folgekosten fallen nach der Erschließung neuer Baugebiete an, die von uns Rostockern bezahlt werden müssen wie die Reparatur der Senkungen auf der Holzhalbinsel für 15 Millionen? Führt die Ausweisung neues Baulandes zur Abwertung und Vernachlässigung der älteren Wohnquartiere und Gewerbegebiete?
Flächen für Wohnungsbaupotenziale in Rostock, Stand März 2017
Rechtskräftige Bebauungspläne | 1.230 WE |
Laufende Planverfahren | 3.095 WE |
Noch nicht begonnene Planverfahren | 1.810 WE |
Aufbau abgerissener Wohnungen | 3.000 WE |
Eine unbegrenzte Ausweisung von Bauland führt nicht zu günstigen Mietpreisen. Welche der folgenden Neubau-Projekte wurden realisiert und zu welchen Mietkosten?
Warnemünde/Diedrichshagen | |
Mittelmole | 300 WE |
Ehemaliger Güterbahnhof Warnemünde | 250 WE |
Am Golfplatz | 100 WE |
Lichtenhagen | |
Auf dem Kalverrad | 50 WE |
Lütten Klein | |
Ehemalige Polikklinik | 200 WE |
Innenstadt/KTV | |
Werftdreieck | 700 WE |
Holzhalbinsel | 40 WE |
Östlich der Stadtmauer | 200 WE |
Karlstraße | 50 WE |
Kehrwieder | 80 WE |
Südstadt | |
Wohngebiet Kringelhof | 1000 WE |
Wohngebiet Nobelstraße | 200 WE |
Brinkmannsdorf | |
Alte Molkerei | 250 WE |
Weißes Kreuz | 250 WE |
Wohngebiet Brinkmannshöhe | 150 WE |
Gehlsdorf | |
Wohngebiet Ehemaliger Marinestützpunkt Gehlsdorf | 130 WE |
Melkweg | 150 WE |
Rostocker Straße | 110 WE |
Gehlsdorfer Nordufer | 200 WE |
Obere Warnowkante | 180 WE |
Toitenwinkel | |
Wohngebiet Toitenwinkel | 35 WE |